Mitgliederrundschreiben III/2015
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Mitgliederrundschreiben II/2015
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Mitgliederrundschreiben I/2015
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Die Erstausgabe unserer Jahresschrift 2015 Der Musengaul können Sie hier nachlesen.

Archiv 2015

Talk im Studio - Gespräch mit Armin Kolarczyk am 14. Dezember 2015

   

 

ZUM TOD VON MARIANNE GOERTZ

Am 1. September 2015 verstarb plötzlich und unerwartet unser langjähriges Vorstandsmitglied

Marianne Goertz.

Sie wurde auf der Mitgliederversammlung des Jahres 2002 als Schriftführerin in den Vorstand der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters gewählt und hatte dieses Amt 12 Jahre inne. Im Jahre 2014 hat sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl gestellt.
Frau Goertz hat nicht nur ihr Amt immer zuverlässig und mit großem Engagement ausgefüllt, sondern auch regelmäßig die Probenbesuche und andere Veranstaltungen der Theaterfreunde betreut. Sie war stets für die Mitglieder ansprechbar und hilfsbereit.
In Dankbarkeit für Ihren Einsatz bei den Theaterfreunden des Staatstheaters werden wir ein ehrendes Angedenken bewahren.
Für den Vorstand
Dr. Bernd Krüger
Vorsitzender

Marianne Goertz

 Theaterfest am 19. September 2015

TALK IM STUDIO - Gespräche mit Theaterschaffenden
Eine Veranstaltung der Theaterfreunde

Am 06. Juli 2015 konnten wir im STUDIO des STAATSTHEATERS leitende Mitarbeiter der Kostümabteilung begrüßen. Schon beim Betreten des STUDIOS empfing uns ein farbenfrohes Bild mit vielen Kostümen aus verschiedenen Produktion und Zeiten. Die Präsentation nahm den gesamten Bühnenraum ein (siehe Bildgalerie).
Auf dem Roten Sofa begrüßte der Moderator Bernd Krüger die Kostümdirektorin und Kostümbildnerin Christine Haller, die leitende Gewandmeisterin Tatjana Graf, den Werkstattleiter und Gewandmeister Robert Harter und als Überraschungsgast den Kostümbildner der Eröffnungsproduktion des Schauspiels SPAMALOT Andy Besuch aus Berlin.
Frau Haller führte mit einer Reihe von projizierten Bildern in die Thematik ein. Sie zeigte Figurinen, die gezeichneten Entwürfe der Kostüme, die Produktionsabläufe bis zur ersten Anprobe. Die Einzelheiten und Besonderheiten der einzelnen ausgestellten Kostüme erläuterten Frau Graf und Herr Harter. Es wurde dem Publikum schnell klar, welch zeitlicher und handwerklicher Aufwand in den Kostümen bis ins Detail steckt.
Andy Besuch ließ uns den Weg von der Anfrage des Theaters die Kostümausstattung zu übernehmen bis zu einigen unfertigen und fertigen Kostümen, der Produktion SPAMALOT, die er vorstellte und eingehend erklärte, mit verfolgen.
Das sehr interessierte Publikum stellte Fragen und konnte sich nach Gesprächsende in aller Ruhe die Kostüme aus nächster Nähe betrachten.
Wir danken ganz besonders Christine Haller und ihrem Team für die aufwändige und zeitintensive Ausgestaltung des Abends, der uns die Arbeit der gesamten Abteilung sehr nahe gebracht hat.
B.K.

 

Talk im Studio mit Jane Bourne am 18. Mai 2015

Es folgt der Artikel der BNN zu unserem Talk im Studio vom 18. Mai 2015 mit Choreologin Jane Bourne:

Tanz auf dem Papier
Die Choreologin Jane Bourne im Staatstheater

Nein, Kinderkrakel sind das nicht. Vielmehr handelt es sich um den Versuch, die flüchtige Kunst des Tanzes festzuhalten - in einer besonderen Art der Verschriftlichung von Bewegung. In ihrer Reihe "Talk im Turm" hatte die Karlsruher "Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters" die in Fachkreisen hochberühmte englische Choreologin Jane Bourne eingeladen, um mit ihr über den Gang "Von der Idee zur Aufführung" zu sprechen.
Zur Einleitung gab der Stellvertretende Ballettdirektor Vladimir Klos einen knappen Überblick über die Methoden der Tanz-Notation, die sich seit dem Barock ausgebildet und im Laufe des 20. Jahrhunderts weitgehend standardisiert haben. Dabei nannte er als wichtiges Beispiel die Arbeit von Rudolf Laban (1928), die in ihrem auch weltanschaulich geprägten Ansatz eine Nähe zu der ganzheitlichen Philosophie der Bewegung des heute noch bekannten Joseph Pilates aufweist. Einen Hinweis auf die Bedeutung des russischen Tänzers Vladimir Stepanov, der im 19. Jahrhundert durch seine Aufzeichnungen die Überlieferung der großen russischen Ballette ermöglichte und sich erstmals am System der Musiknoten orientierte, ersparte sich Klos, um rasch zu der wegweisenden Leistung von Rudolf Benesh zu kommen, der um 1950 seine Methode entwickelte. Die von ihm erfundene Notation lehnt sich ebenfalls an die Praxis der Musik an und eröffnet der schriftlichen Dokumentation von Tanz die Möglichkeit der dreidimensionalen Darstellung. Seit seine "Benesh-Notation" 1997 an der Londoner Royal Academy of Dance übernommen wurde, gilt sie als etabliert und wird von etwa 100 Fachleuten praktiziert.
Wie Bewegungen überliefert werden können
Jane Bourne ist eine herausragende Kennerin der Benesh-Schule und hat sich überdies auf die Notierung von Cranko-Balletten spezialisiert, deren Aufführungen sie weltweit betreut. Kein Wunder, dass sie in Karlsruhe auf "Der Widerspenstigen Zähmung" verwies und einige Seiten aus ihrer Benesh-Partitur des Stückes vorstellte. Dass dabei die Deutung einiger Details zu Missverständnissen zwischen ihr und Klos führte, war eine amüsante Beobachtung, die Klos mit souveräner Nonchalance dadurch hinweg erklärte, dass er eben kein Choreologe, sondern "nur" ein Tänzer sei.
Tatsächlich, ganz leicht zu verstehen war nicht, was Bourne da an Bildern auf der Leinwand und mit eigenen Skizzen auf der Flipchart erläuterte. Und selbst wenn dem Publikum in den hinteren Reihen mangels eigener Einsicht oft nur das Vertrauen in die Kompetenz des Gastes blieb, bot der Abend doch einen hochinteressanten Eindruck von den Möglichkeiten der Benesh-Methode.
Vollends faszinierend geriet das praktische Exempel, als Bourne live ein Stück aus dem neuen Pas de deux aufzeichnete, den der Karlsruher Choreograf Reginaldo Oliveira mit der Tänzerin Bruna Andrade und ihrem Kollegen Flavio Salamanka erarbeitet hat und der bei der Ballettgala am Samstag zur Uraufführung kommen wird. Wie da jede Bewegung der Arme und Beine, jede Drehung und Promenade den Weg aufs Papier fand - das war selbst im flüchtigen Entwurf allemal spannend zu sehen. Da erschloss sich der Sinn des vermeintlichen "Gekrakels" rasch als ausgeklügeltes Verfahren, den Sinn dieser Zeichen als Schlüssel zur Verewigung des Tanzes zu erkennen.

 

Talk im Studio mit Barbara Dobrzanska am 02. Februar 2015

Es folgt der Artikel der BNN vom 05. Februar 2015 zu unserem Talk im Studio vom 02. Februar 2015 mit Kammersängerin Barbara Dobrzanska:

Publikumsliebling mit Selbstironie
Sopranistin Barbara Dobrzanska zeigt gewinnende Offenheit beim "Talk im Studio"
Anfangs hatte die Mutter Bedenken.
Sie war selbst Sängerin und wusste, was der Beruf bedeutet. Aber dann setzte die Tochter sich doch durch und fand - nach einem kleinen Umweg als Geigerin - zur Bühne. Gut so, denn seit Jahren ist die Sopranistin Barbara Dobrzanska eine Säule des Karlsruher Opernensembles und beim Publikum überaus beliebt. Das zeigte sich auch, als jetzt die "Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters" ihre Serie "Talk im Studio" mit einem gut besuchten Gespräch fortführte, bei dem Volker Kramer vom Vorstand dieser rührigen Organisation die Künstlerin nach Karriere, Stationen und Umständen ihrer Arbeit befragte. Dobrzanska stand ihm dabei in liebenswürdiger Entspanntheit Rede und Antwort, erzählte von ihrer Ausbildung im polnischen Kattowitz und von ihren ersten Schritten auf dem Wege als Opernsängerin.
Dabei war zu erfahren, dass sie nie in einem polnischen Ensemble engagiert war. Vielmehr führte gleich ihr allererstes Engagement die Anfängerin nach Deutschland - zumindest ein kleines Stückchen: nach Görlitz direkt an der Grenze, wo sie in der polnischen Nachbargemeinde Zgorzelec wohnte und bei ihren täglichen Gängen über die Neiße­ Brücke zum Theater gerne vom Zoll der Schmuggelei verdächtigt wurde. Zu ihren ersten Rollen in Görlitz zählte gleich die Gilda aus Verdis "Rigoletto", und auch bei ihrem folgenden Karriere-Ort in Trier waren es große Partien, mit denen sie sich als Protagonistin einen Namen machte: etwa Violetta in "Traviata" und Micaëla in "Carmen".
Barbara Dobrzanska
Barbara Dobrzanska
(Foto:Klenk)

Nach weiteren Stationen ihrer Laufbahn in Krefeld, Darmstadt, Dortmund und allerlei Gastspielen kam sie schließlich 2002 nach Karlsruhe. In der Fächerstadt stand sie in zahlreichen Werken ihres Repertoires auf der Bühne, sang sich rasch in die Herzen des Publikum und wurde 2011 mit dem Titel einer "Kammersängerin" geehrt. Vorwiegend waren es Partien des italienischen und französischen Faches, in denen sie gefeiert wurde: etwa Suor Angelica, Butterfly und Tosca (Puccini), Amelia, Luisa Miller und Elisabetta (Verdi), Donna Anna (Mozart), Gioconda (Ponchielli), Maddalena in "Andrea Chenier" (Giordano) und ganz besonders Margherita/Elena in Boitos "Mefistofele". Derzeit ist sie als Mimi in der aktuellen, umstrittenen "Bohème"-Inszenierung zu hören, über die sie zur Enttäuschung der interessierten Besucher lieber nichts sagen mochte, und ihre zahlreichen Anhänger dürfen sich darauf freuen, dass sie in der kommenden Spielzeit die düstere Lady Macbeth in Verdis Oper übernehmen wird.
Es sind reiche, vielfältige Aufgaben, in denen sie sich in Karlsruhe (und bei zahlreichen Auftritten außerhalb) bewährt hat - bis hin zu der höchst anspruchsvollen Titelpartie in Puccinis "Turandot", die sie unlängst in der Oper von Hof ausprobiert hat. Die Aufzählung ihres Rollenkatalogs, der immerhin fast 70 Werke umfasst, wurde im "Studio" durch einige schöne Ton-Beispiele illustriert - sehr zum Gefallen der vielen Zuhörer und vor allem des überaus geneigten Moderators Kramer, dessen Begeisterung für die Sopranistin sich in ungezählten Komplimenten Bahn brach, bis er sich nach Erklingen einer zugespielten Arie aus Verdis "Don Carlo" gar zu dem Ausruf verstieg: "Kann man das schöner singen?" Das wurde nun sogar Dobrzanska zu viel, und sie kommentierte trocken: "Doch, man kann." Eine schöne Geste.
Natürlich erlaubte die 90-minütige Plauderei auch Blicke hinter die Kulissen - etwa dass der Sängerin vor Jahren bei einer "Bohème"-Aufführung eine Gabel in die Wange fuhr und dort stecken blieb, dass der Umgang mit RegisseurInnen, aber auch mit Dirigenten nicht immer ganz reibungsfrei ist, dass sie vor Vorstellungen gerne Pasta isst, damit sie im zweiten Akt keine Hunger­Attacke erleidet, dass sie in ihrer knappen Freizeit gerne an Computern schraubt und in Polen einst eine erfolgreiche Sportlerin im Pistolenschießen war. In hübschen Anekdoten und "Geständnissen" bewies Barbara Dobrzanska warmherzigen Humor, eine Begabung für souveräne Selbstironie und eine gewinnende Offenheit fern aller Diven-Allüre.
Auch den im Parkett anwesenden Herren der Operndirektion lieferte dieser "Talk im Studio" wertvolle Anregungen. Unter den Wunsch-Partien, die die Sängerin noch nicht verkörpert hat und die Kramer ihr nun absichtsvoll entlockte, finden sich die Aida sowie die Leonora aus dem "Trovatore" von Verdi, aber auch Adriana Lecouvreur von Cilea und Medea von Cherubini. Man wird sehen, was die Zukunft in Karlsruhe ihr bringt. rkr.

KULTURLOTSEN am BADISCHEN STAATSTHEATER

Das Projekt KULTURLOTSEN wurde im Jahre 2011 in zeitlichem Zusammenhang mit der Gründung des JUNGEN STAATSTHEATERS ins Leben gerufen. Von Anbeginn waren die THEATERFREUNDE mit im Boot und unterstützen seither das Projekt ideell und finanziell. Die ersten LOTSEN waren Theaterfreundinnen und Theaterfreunde, die sich bereit erklärt haben Kulturlotsen zu werden.
Inzwischen vermitteln 60 kulturbegeisterte Ehrenamtliche 6- bis 12- Jährigen Kultur.
Die Tandems werden umfangreich betreut, die Teilnahme ist für alle kostenfrei. Spielerisch werden ungeahnte Blickwinkel und neue Kommunikationsformen zwischen den Generationen entdeckt. Die Kinder und Jugendlichen profitieren von der Lebenserfahrung ihrer Lotsen. Diese wiederum lernen neue Sichtweisen bei Gesprächen und gemeinsamen Theaterbesuchen.
Mit Kindern Kultur zu erleben braucht Zeit und einen besonderen Zugang.
Neuer Hauptsponsor ist die Stiftung HÄNSEL+GRETEL, die seit 1997 über 400 Projekte für Kinderbewusstsein in Deutschland initiiert und fördert.
Weiterhin werden die LOTSEN von der Stadt Karlsruhe, der Volkswohnung und natürlich von der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters unterstützt.
Wer LOTSE werden möchte wende sich bitte an die Projektleiterin Pertra Weßbecher:
Tel. 0721 725 809 28 oder E-Mail Petra.Wessbecher@staatstheater.karlsruhe.de
B.Krüger

Kulturlotsen

von links nacht rechts: Jerome Braun, Geschäftsführer Hänsel+Gretel, Petra Weßbecher, Projektleiterin Kulturlotsen JUNGES STAATSTHEATER, Wolfram Jäger, Erster Bürgermeister, Christian, Kulturlotsenkind, Peter Spuhler, Generalintendant STAATSTHEATER KARLSRUHE, Ulrike Stöck, Leiterin JUNGES STAATSTHEATER, Reinhard Stemmer, Stemmer Leistungen, Regine Frisch, ZKM, Alexander, Kulturlotsenkind, Beatrice Kindler, Leiterin Unternehmenskommunikation Volkswohnung, Barbara Schäfer-Wiegand, 1. Stiftungsvorsitzende Hänsel+Gretel, Peter Hagen, Kulturlotse, Joachim Theurer, Kulturlotse, Steffi Lackner, Leitung Sandkorntheater, Nina Gothe, Naturkundemuseum, Dr. Bernd Krüger, Vorsitzender Gesellschaft der Freunde des STAATSTHEATERS © Danica Schlosser