Rundschreiben III / 2010
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Rundschreiben II / 2010
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Rundschreiben I / 2010
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Archiv 2010

Unterschriftensammlung an Oberbürgermeister übergeben

Als Ende Juli die Sparpläne der Verwaltung, das Badische Staatstheater (und ebenso das ZKM) betreffend, bekannt wurden, reagierte die Kulturszene geschockt. Sollten doch 5% des städtischen Zuschusses eingespart werden, was sich im Falle des Staatstheaters (durch die Mischfinanzierung von Stadt und Land) auf Zwei Millionen Euro belaufen würde.
Initiiert durch die Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters, und aktiv unterstützt durch die Kunst- und Theatergemeinde, durch die Volksbühne sowie durch den Richard-Wagner-Verband und die Händel-Gesellschaft wurde beim Theaterfest am 18. September eine Unterschriftensammlung gestartet, mit der die Bevölkerung ihren Protest gegen diese massiven Kürzungen zum Ausdruck bringen konnte. In knapp zwei Monaten kamen so 6546 Unterschriften zusammen, die nun von den Vorsitzenden der beteiligten Organisationen an Oberbürgermeister Heinz Fenrich übergeben wurden.
Zwar war inzwischen von einer Einigung zwischen Stadt, Land und Theater zu hören, doch da erstens hiervon noch keine Details bekannt wurden und zweitens der Gemeinderat bekanntlich das letzte Wort hat, sind die gesammelten Unterschriften weiterhin ein wichtiges Argument. In entspannter Atmosphäre betonte der Oberbürgermeister noch einmal seine Verbundenheit mit dem Staatstheater, er sagte auch ganz klar, dass niemand daran denke eine Sparte des Theaters aufzugeben oder das erreichte Niveau zu gefährden. Doch bei einem 40-Millionen-Etat müsse es zwangsläufig irgendwo Einsparmöglichkeiten geben. Diese zu finden sei unter anderem die Aufgabe einer Untersuchung der Organisationsstruktur des Hauses, welche das Ministerium in Zusammenarbeit mit dem Theater auf Wunsch der Stadt Karlsruhe in Angriff nimmt.
Insgesamt klangen die Aussagen des Stadtoberhaupts durchaus positiv für das Badische Staatstheater, dennoch liegen über 6500 Bürgerstimmen als weiteres Argument bei den Haushaltsberatungen im Februar auf dem Tisch.
Manfred Kraft

Hr. Weber (Volksbühne), Dr. Overbeck (Händel-Gesellschaft), Prof. Ulmer (Kunst- und Theatergemeinde), Heinz Fenrich, Dr. Krüger (Gesellschaft der Freunde), Wolfgang Sieber, Prof. Schneider (Richard-Wagner-Verband)

Bild: Manfred Kraft

09.11.10 Mitgliederversammlung 2010

Am 09.November diesen Jahres war es wieder soweit. Etwa 250 Theaterfreundinnen und Theaterfreunde trafen sich im Mittleren Foyer des Staatstheaters zur jährlichen Mitgliederversammlung.
Nach der Begrüßung der Mitglieder und Gäste sowie der Ehrengäste gedachten die Anwesenden in einer Schweigeminute des ehemaligen Vorsitzenden und Ehrenmitglieds Herrn Senator eh Heinrich Jaeger.
In seinem Jahresrückblick erwähnte der Vorsitzende Dr.Bernd Krüger die Vielfalt des Programmangebotes der Gesellschaft, die durch das große Entgegenkommen des Theaters möglich wurde. Besonders erfreulich ist unter anderem der wachsende Zuspruch zu den Gesprächen mit Künstlern im Insel-Café. Zuletzt war vor voll besetzten Zuschauerrängen der Insel der designierte Generalintendant Peter Spuhler zu Gast. Er freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Theaterfreunden in Karlsruhe. Er selbst hat Freundeskreise in Tübingen und zuletzt in Heidelberg gegründet.
Ausführlich berichtete der Vorsitzende über die von uns initiierte Unterschriftenaktion gegen die Kürzungspläne der Stadt auf dem Theaterfest. Das Echo war enorm aus Stadt und Land, so dass 6.500 Unterschriften zusammen kamen. Diese wurden am Tag nach der Mitgliederversammlung von den Vorsitzenden der Karlsruher Theaterfördervereine (Richard-Wagner-Verband; Händelgesellschaft; Karlsruher Theatergemeinde, Volksbühne und Gesellschaft der Freunde) Oberbürgermeister Fenrich im Rathaus überreicht. Herr Döhring gab einen kurzen Einblick in die Arbeit mit der Jugend, die zunehmend Früchte trägt. Zur Zeit haben wir knapp 90 JuMus (Junge Musengäule).
Unsere Reisetätigkeit wurde mit einer einwöchigen sehr schönen Reise durch Ungarn mit zwei großen Konzerten und einem Opernbesuch in der Staatsoper Budapest (BARBIER VON SEVILLA) fortgesetzt.
Für 2011 sind eine Reise nach Verona zu den Opernfestspielen und nach Eisenach zu einer Aufführung des TANNHÄUSER auf der Wartburg geplant.
Die Mitgliederzahl entwickelt sich weiter erfreulich: zum Theaterfest wurde das 1500ste Mitglied mit einem Präsent begrüßt.
Es folgte der Kassenbericht vorgetragen vom Schatzmeister Herrn Lückenkemper.
Die Kassenprüfung - durchgeführt von den Herren Nagel und Kramer - ergaben keine Beanstandungen.
Auf Vorschlag von Herrn Wolfgang Sieber erfolgte die einstimmige Entlastung des Vorstandes. Der Gesamtvorstand enthielt sich der Stimme.
Vorstandsmitglied Prof. Behr erklärte der Versammlung warum eine Neufassung der Satzung aus dem Jahre 1972 notwendig wurde. Er wies auf einige wichtige Punkte der neuen Satzung hin. Dies wurde einstimmig ohne Enthaltungen von den Mitgliedern angenommen.

31.10.10 Kammerkonzert I und Mittagessen

Das 1. Kammerkonzert der Kammerkonzert-Reihe der Badischen Staatskapelle fand vor gut besetzten Rängen am Sonntag, den 31.10.2010 im Schauspielhaus statt.
Es kamen Werke von Andre Jolivet , Claude Debussy, Francois Devienne und George Onslow zur Aufführung.Das Konzert stand auf einem hohen künstlerischen Niveau und bewies wiederum, wie ausgeglichen unsere Staatskapelle, nicht nur an den ersten Pulten, besetzt ist.
Nach dem Konzert trafen sich etwa 50 Theaterfreunde und die 10 Musiker des Konzerts zum gemeinsamen Mittagessen im Mittleren Foyer.

Mitwirkende des Kammerkonzertes

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden der Gesellschaft Dr. Bernd Krüger gab Frau Annabelle Köhler, Musikdramaturgin des Hauses, eine Einführung in die weiteren Kammerkonzerte , die immer an einem Sonntag-Vormittag stattfinden.
Diese Konzerte werden auf Eigeninitiative des Orchesters außerhalb der normalen Dienste einstudiert und aufgeführt.
Wie im vergangenen Jahr hatte unsere Theatergastronomie unter der Leitung von Frau Manuela Peter und Herrn Alexander Göhring ein vielseitiges und sehr schmackhaftes Büfett aufgebaut. Wir sind alle satt geworden.
Im nächsten Jahr können die Besucher mit Ihrer Konzerteintrittskarte auch den für das Büfett notwendigen Bon an der Theaterkasse erwerben.

Kunst- und Theaterreise nach Ungarn 17. - 24. 10.10

Am Sonntag, den 17.10.2010 versammelten sich 38 Theaterfreundinnen und Theaterfreunde, um zu früher Morgenstunde in den komfortablen Bus der Firma Hirsch Reisen einzusteigen und in bester Stimmung die Reise nach Ungarn zu beginnen.
Am späten Nachmittag nahm uns unser hervorragender Reiseleiter Herr Istvan Mozer in Györ in Empfang. Der zweite Tag begann mit einem Stadtrundgang durch Györ und die Weiterfahrt nach Budapest. Dort machten eine ausführliche Stadtrundfahrt durch Pest, besichtigten den Gellertberg, die Stephansbasilika und andere Sehenswürdigkeiten.

Die Theaterfreunde in Ungarn

Am Abend erlebten eine zauberhafte Lichterfahrt auf der Donau mit köstlichem Büfett nur im Kreise der Theaterfreunde.
Am Dienstag stand der Teil Buda auf dem Programm. Höhepunkt am Abend: das Konzert desSinfonieorchesters des ungarischen Rundfunks im Bela Bartok Saal im Palast der Künste, einem beeindruckenden modernen Bauwerk.
Eine Fahrt in die Umgebung Budapests führte uns unter anderem nach Gödöllö mit Besichtigung des Sissi-Schlosses. Mit dem BARBIER VON SEVILLA am Abend in der Staatsoper Budapest hatten wir unvergessliches Erlebnis.
Am 5. Tag haben wir bei herrlichstem Herbstwetter die Puszta kennen gelernt. Wir besuchten ein Gestütes mit Kutschfahrt, Reiterschau und üppigem Menü begleitet von stimmungsvoller Zigeunermusik. Am Abend erreichten wir die Kulturhauptstadt Europas Pecs.
Nach ausführlicher Besichtigung dieser sehr schönen Stadt besuchten wir die Donauschwaben in Villanykövesd und genossen den wohl mundenden Rotwein dieser Weingegend. Nach dem Mittagessen fand eine Weinprobe in einem 200 Jahre alten Weinkeller statt.
Der Abend klang mit einem Konzert der Pecser Sinfonie in der Aula der Medizinischen Akademie aus. Der vorletzte Tag gehörte dem Plattensee mit einem Besuch des Dorfmuseums von Szenna und der Benediktiner Abtei . Am Mittag ließen wir uns den Plattensee-Zander mit dem Plattensee-Riesling schmecken. Die Reise führte weiter über das Bakonyer-Gebirge nach Györ.
Von dort ging es dann am Sonntag wieder zurück in die ehemalige Badische Residenz.
Durch die profunden Kenntnisse unseres Reiseführers haben wir ein umfassendes Bild vom früheren und heutigen Ungarn bekommen.
B.K.

TALK im CAFE mit dem design. Generalintendanten Peter Spuhler
Bericht in der BNN vom 14.10.2010 von Manfred Kraft
Zeichen besten Willens Talk mit dem künftigen Intendanten des Badischen Staatstheaters Peter Spuhler
Zu einem erstaunlich frühen Zeitpunkt stellte sich Peter Spuhler, der designierte Intendant des Badischen Staatstheaters, beim Talk in der insel nicht nur der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters, sondern allen interessierten Theaterbesuchern vor. Locker und sympathisch überging er fast die Eingangsfrage des Gesellschafts-Vorsitzenden Berndt Krüger, wie er es schafft, neben seiner Arbeit am Heidelberger Theater fast jeden zweiten Tag auch im hiesigen Haus vorbeizukommen. Die kurze Entfernung zwischen den Häusern empfand er dabei als sehr hilfreich. Bemerkenswert sein Werdegang: vom Statisten in Berlin über das Regiestudium in Wien und erste Engagements in den neuen Bundesländern zur Intendanz in Tübingen, wo er die Nachfolge Knut Webers antat, um dann nach Heidelberg zu wechseln.
Mehr aber interessierten die Zuhörer seine Pläne für Karlsruhe. Die Einrichtung eines eigenständigen Kinder- und Jugendtheaters bildet hier einen wichtigen Schwerpunkt. Hierzu sollen sieben der dreißig Schauspielpositionen umgewidmet werden; aber auch im Bereich des Musiktheaters soll jährlich eine Kinderoper im Schauspielhaus (für die erste Spielzeit ist etwas mit Dinosauriern geplant) und alle zwei Jahre eine Kinderoper mit großem Orchester im Opernhaus inszeniert werden.

Eindrücke vom Abend

Eindrücke vom Abend

„Du musst dein Leben ändern!" hat Peter Spuhler als Motto für seine Arbeit gewählt, das Zitat ist nicht nur der Titel eines Werkes von Peter Sloterdijk, sondern auch der Schluss eines Gedichtes von Rainer Maria Rilke. Die einzelnen Spielzeiten folgen wiederum eigenen Leitgedanken, für das erste Jahr heißt die Devise „Helden", für das zweite „Prüfungen". Dabei ist geplant, diese Leitideen nicht nur im Musiktheater und im Schauspiel anzuwenden, sondern sie auch in den Ballett- und Konzertspielplan einfließen zu lassen.
Ohne bereits auf einzelne Titel einzugehen, hier bleibt die erste Information dem Verwaltungsrat vorbehalten, ließ er durchblicken, dass es jede Spielzeit eine Wagner-Oper geben wird, dass die französische Oper des 19. Jahrhunderts einen Schwerpunkt bildet und dass neben wichtigen, aber in Karlsruhe bisher nicht gespielten Werken der klassischen Moderne ein Jacques-Offenbach-Zyklus vorbereitet wird.
Im Schauspiel liegen Schwerpunkte auf Dramatikern des frühen 19. Jahrhunderts wie Franz Grillparzer und Friedrich Hebbel, auf Gesellschaftsdramatikern wie Ibsen und Tschechow und auf den (fast) wieder vergessenen Autoren der 80er Jahre des lebten Jahrhunderts wie Botha Strauß und Peter Handke. Seine Ausführungen zum Thema Regietheater stießen nicht nur auf Zustimmung, doch hier wird wohl die Zukunft erweisen, ob es sich bei seinem Theaterverständnis eher um Kopf- oder Bauchtheater handelt. Man muss auch nicht unbedingt seine Ansicht über das Musical teilen, das sich seiner Meinung nach nicht mit der Zusammense1zung eines konventionellen Ensembles verträgt. Sympathisch war es dagegen, dass er von sich aus das Thema der Finanzen ansprach. Er wies auf die Gespräche mit der Stadt hin, bescheinigte allen Beteiligten den besten Willen und zeigte auch Verständnis für den Sparzwang der Gemeinde. Dass dabei Fragen nach einem An- oder Ausbau des Hauses eher theoretischer Natur waren, versteht sich beim derzeitigen Stand von selbst. Der zukünftige Hausherr an der Baumeisterstraße stellte sich als offener Charakter vor, er verbrämte auch weniger angenehme Tatsachen nicht, machte aber Lust auf seine erste Spielzeit und Interesse auf seinen ersten Spielplan.
Manfred Kraft

Gesellschaft der Freunde beim Theaterfest 2010

Viel zu tun gab es beim Theaterfest am 18. September, an dem die Sonne wieder einmal strahlte, aber nur kurz wärmte. Am Eingang des Opernhauses standen die Besucher zeitweise Schlange, um sich auf die Unterschriftenlisten einzutragen. Die Unterschriftenaktion ist eine Möglichkeit aller Theaterbesucher, den Unmut gegen die harschen Sparpläne der Stadt Karlsruhe zu bekunden.  Ein ganz besonderes Ereignis war, das 1500. Mitglied empfangen zu dürfen. Das Ehepaar Hubert und Rita Falk sind die Mitglieder 1499 und 1500. Mit großer Freude überreichte Frau Goertz den neuen Mitgliedern zwei Eintrittskarten für Vorstellungen nach Wahl im Badischen Staatstheater.  Insgesamt gab es  um 18 Uhr  43 neue Freunde und Freundinnen des Badischen Staatstheaters, darunter 4 JuMus. Wir heißen Sie ALLE herzlich willkommen. Es erfüllt uns mit großer Freude und Stolz, dass unsere Arbeit, das tolle Mitglieder-Angebot und unsere Begeisterung für unser Theater so viele Menschen erreicht und mitreißt. Bei "Knack die Nuss" gab es viele richtige Antworten. Die witzige Radiergummi-Erdnuss als Sofortgewinn hat doch viele Theaterbesucher animiert, mitzuraten und mitzuspielen. Die Gewinner erhielten ihre Preise bereits mit der Post. Die Gewinne gingen in die Südoststadt, nach Durlach und nach Wendlingen.

Das 1500ste Mitglied wird begrüßt

Unser Mitglied Detlev Gutberlet hat auf dem Fest einige Impressionen mit der Kamera für Sie eingefangen und auf YouTube hochgeladen.

Interview der Theaterfreunde im Operapoint 3/2010

Interview mit Dr. Bernd Krüger (1. Vorsitzender) und Professor Dr. Hans-Joachim Behr (2. Vorsitzender) der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters Karlsruhe im Operapoint 3/2010. Das Interview führte Dr. Zenner am 25. Februar 2010 in Karlsruhe.
OPERAPOINT ist ein vierteljährliches Magazin, das sich vorgenommen hat, u.a. die Oper in Rezensionen dem Publikum kurz und sachlich nahezubringen. Dr. Olaf Zenner ist Herausgeber und Chefredakteur.
Die angefügten Dokumente zeigen das Titelblatt des Magazins und das Interview, das im PDF-Format abgelegt ist.

Einführung Spielplan neue Spielzeit 2010/2011 am 05.07.2010

Seit vielen Jahren ist es eine schöne Tradition, dass die Theaterfreunde am Ende einer Spielzeit eine Vorschau auf den kommenden Spielplan durch die Theaterleitung bekommen.
So trafen sich wieder viele Theaterfreunde am 05.Juli im Mittlerern Foyer. um aus berufenem Munde zu hören, was die kommende Spielzeit an abwechslungsreichem Programm in allen Sparten des Hauses bieten wird.
Generalintendant Achim Thorwald begrüßte die Theaterfreunde und brachte zum Ausdruck wie schön es für das Theater sei, solche engagierten Freunde zu haben. Dies gelte nicht nur hinsichtlich finanzieller Unterstützung, wie zum Beispiel der Zuschuss zum Bühnenbild EURYANTHE, sondern besonders auch im ideellen Bereich. Freunde tragen die Begeisterung fürs Theater als Multiplikatoren weiter.

Er besprach die Produktionen im Musiktheater , das mit SAMSON UND DALILA eröffnen wird. Zu jeder Neuinszenierung erfuhren wir einige wichtige zusätzliche Informationen. Wir erleben sechs Neuinszenierungen, fünfzehn Wiederaufnahmen und zu Ostern 2011 den kompletten RING DES NIBELUNGEN mit hochkarätiger Besetzung. Dirigent GMD Justin Brown. Zu Ende geht die Intendanz Thorwald mit DANTONS TOD von Gottfried von Einem am 09.07.2011. Achim Thorwald hat das Musiktheater auf ein hohes künstlerisches Niveau geführt.
Im Anschluss stellte Schauspieldirektor Knut Weber die Schauspielproduktionen vor.
Er legt Wert darauf, dem gesamten Ensemble noch mal alle Möglichkeiten der Entfaltung zu geben und große Ensemblestücke in den Spielplan aufgenommen.
Allerdings wird die sehr erfolgreiche Ära Knut Weber stumm enden : die letzte Premiere am 10.06.2011 DIE STUNDE DA WIR NICHTS VONEINANDER WUSSTEN von Peter Handke kommt ohne Text aus.
Da Frau Professor Birgit Keil wegen Aufnahmeprüfungen leider verhindert war, übernahm Achim Thorwald ihren Part und stellte die Ballett Neuproduktionen vor.
Auch hier erwartet uns z.B. mit dem NUSSKNACKER, wie bisher, grosses Ballett.
Dr. Krüger dankte für den sehr informativen Abend, die Freunde spendeten herzlichen Applaus
B.K.

TALK IM CAFE mit Chordirektor Ulrich Wagner am 04.05.2010

Die beliebte Talk-Reihe der Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters (GdF) im Café des Insel-Theaters fand ihre Fortsetzung in einem hochinformativen Gespräch mit Ulrich Wagner, z.Z. nicht nur Chordirektor des Badischen Staatstheaters, sondern auch für die Reihe „Nachtklänge” und die Kinderkonzerte verantwortlich.
Im Gespräch mit Dr. Bernd Krüger, dem Vorsitzenden der GdF, gab er interessante Einblicke in die Chorarbeit, berichtete über das Casting neuer Chormitglieder und die dichtgedrängten Probenpläne, die oft einem wahren Puzzle gleichen. Auch das Verhältnis zwischen Hauptchor und Extrachor wurde angesprochen.,
Natürlich war er auch ein engagierter Anwalt für die „Nachtklänge”, der kleinen, aber feinen Konzertreihe zur Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Ulrich Wagner, der neben seinem Kapellmeisterstudium auch Komposition studierte – unter anderen bei Mauricio Kagel –, ist der ideale Mann für diese Reihe, verbinden sich bei ihm doch vorzügliche Repertoire-Kenntnis mit hervorstechenden didaktischen Fähigkeiten. Diese erlauben es ihm nicht nur, die oft nicht ganz leicht zu verstehenden Konzertstücke dem Publikum näher zu bringen, sondern auch die wunderbaren – und enorm erfolgreichen – Kinderkonzerte zu konzipieren, zu leiten und zu moderieren.

Dabei ist es seine Überzeugung, dass man die Kinder ernst nehmen muss. Sie verstünden musikalisch oft weitaus mehr, als es ihnen Erwachsene zutrauen. Dass die Kinderkonzerte inzwischen als Abonnement laufen, macht ihn besonders stolz und bietet ihm die Möglichkeit Erläuterungen mit bereits früher erfolgten Erklärungen zu verknüpfen und somit zu vertiefen. Vieles kann er heute an seinem siebenjährigen Sohn quasi vortesten, doch der bisherige Erfolg zeigt, dass er schon vorher den richtigen Ton getroffen hat. Leider war die Zeit viel zu schnell vergangen, der sympathische Musiker hätte noch vieles zu erzählen gehabt.
Manfred Kraft

Abschied von Herrn Senator Heinrich Jäger - 29.04.2010

Abschied Senator Jäger

TALK IM CAFE - BNN-Artikel vom 30.01.2010

Ein Anwalt des Komponisten
Der Karlsruher Generalmusikdirektor Justin Brown über sein Musikverständnis

„Man hat es mir angeboten.“ So einfach und „very British“ war die Antwort des Karlsruher Generalmusikdirektors (GMD) Justin Brown auf die Frage, warum er sich für ein Engagement am Badischen Staatstheater habe gewinnen lassen. Und also kam er, nachdem er lange Zeit meist als freier Gastdirigent tätig war, vor 18 Monaten in die Fächerstadt und sorgt seither mit vorzüglichen Leistungen für Furore.
Er wollte sich nach Jahren der Wanderschaft an ein festes Haus binden, um mit mehr Ruhe und intensiver arbeiten und dabei seine Vorstellungen von Musik kontinuierlicher entwickeln zu können. So erklärte Brown seine Entscheidung der moderierenden Operndramaturgin Margit Poremba im Rahmen einer Gesprächsreihe, die die Gesellschaft der Freunde des Badischen Staatstheaters seit einiger Zeit im Café des „insel“-Theaters veranstaltet.
Von St.Petersburg bis Sydney
Die große Zahl der Besucher machte deutlich, wie beliebt und anerkannt die erfolgreiche Arbeit des GMD ist und wie gespannt die Theaterfreunde waren, mehr von ihm, seinem Werdegang, seinen Zielen und seiner Persönlichkeit zu erfahren. Sie wurden nicht enttäuscht. In bemerkenswert gutem Deutsch und mit liebenswürdiger Bescheidenheit plauderte Brown über seine Anfangsjahre als Pianist, seine wertvollen Erfahrungen auch als Geiger, seine Ausbildung zum Dirigenten und seine international erfolgreiche Tätigkeit – von Sydney bis Malmö, von Tokio bis Lissabon, von St. Petersburg bis Liverpool und von Taipeh bis Winterthur.
Brown gehört längst in die Riege der erfolgreichsten britischen Dirigenten unserer Zeit und hat, nach Studien in Cambridge und Tanglewood, mehrere Jahre auch in seiner Heimat bei der English und bei der Scottish National Opera Erfahrungen im Musiktheater gesammelt. An der Seite von Leonard Bernstein in Tanglewood lernte er, dass das Handwerk des Dirigierens nicht nur aus der Technik des Taktschlagens besteht, sondern dass es vor allem darum geht, über das Handwerk hinaus den Geist der Musik zu erfassen. Nach seinen Vorbildern befragt, nannte er denn auch Wilhelm Furtwängler, der seine wegweisenden Deutungen stets auf akribische, umfassende Studien zum großen Hintergrund der jeweiligen Werke stützte, und Carlos Kleiber, der sein relativ schmales Repertoire um so gründlicher, ja besessener vorbereitete und dadurch exemplarische Interpretationen schuf. Solche ausgiebige Hingabe, so Brown, sei im gegenwärtigen, hektischen Musikbetrieb gar nicht mehr möglich: „Eine neue Stadt, ein neues Hotel, dieselben Stücke …“
Dabei versteht Brown sich nicht als despotischen Pult-Herrscher. Vielmehr gelte es, die eigenen Vorstellungen durch Überzeugung (bisweilen auch gegen die Ideen von Regisseuren) zu vermitteln und in der Arbeit wie in Gesprächen tragbare Kompromisse zu finden. Wem es nur um die Machtfrage gehe, der solle den Dirigentenberuf lieber nicht ausüben. Warum er denn aber wirklich Dirigent geworden sei, fragte ein Besucher, und Browns Antwort war aufschlussreich: Das Klavierspiel, mit dem er seine Laufbahn ja begonnen habe, sei ein allzu einsames Geschäft gewesen.

Mit Spiellust bei der Arbeit

Zwar weiß auch Brown, dass im kreativen Prozess gemeinsamen Schaffens im Zweifelsfall der Dirigent das letzte Wort hat, wenn es um die Arbeit am Werk geht. Aber mit Nachdruck betont er seine Prioritäten: Immer nur steht die Musik im Vordergrund, und er begreift sein Tun nicht als Vormund, sondern als Vertreter und Anwalt des Komponisten. Dieses Selbstverständnis pflegt er auch als Chef der Badischen Staatskapelle, deren Qualität er merklich gehoben hat und mit der zu arbeiten ihm große Freude bereitet. Dass er daneben auch noch ein Orchester in Birmingham/Alabama (USA) betreut und deshalb viel Zeit in Amerika verbringt, gibt ihm die Möglichkeit zu Vergleichen – und führt ihn zu der Überzeugung, dass die deutschen (und zumal die Karlsruher) Musiker mit mehr Freude und engagierter Spiellust bei der Arbeit sind als ihre Kollegen jenseits des großen Teiches.
Was er denn von seinem Publikum erwarte, wurde Brown gefragt. Im typischen, sympathischen Understatement des Engländers antwortete er: „Dass sie im Konzert ihre Handys ausschalten“ – und fügte dann ernster hinzu, dass er sich wünscht, den Zuhörern ein Werk, auch wenn sie es bereits kennen, so vorzustellen, dass sie glauben können, es zum ersten Mal zu hören. Zum Abschluss lässt er leise und verheißungsvoll anklingen, dass er sich unter dem neuen Intendanten des Badischen Staatstheaters, der 2011 sein Amt antritt, ein höheres Maß an Mitwirkungsmöglichkeiten bei der Gestaltung von Programmen und Besetzungen verspricht als bisher. Es wäre für das Karlsruher Haus gewiss ein Gewinn.
Rüdiger Krohn

Bild vergrössern ... Justin Brown

JUSTIN BROWN arbeitet gerne mit der Badischen Staatskapelle zusammen.
Foto: pr

TALK IM CAFE mit Generalmusikdirektor Justin Brown am 27.01.2010

Keinen geringeren als Justin Brown, den Generalmusikdirektor des Badischen Staatstheaters, erwartete das Publikum zum Talk auf der diesmal nicht roten, sondern schwarzen Couch. Denn wegen des riesigen Zuschauerinteresses musste die Veranstaltung vom Inselcafé in den Theatersaal verlegt werden. Doch der Stimmung tat dies keinen Abbruch und der Dirigent stellte sich gut aufgelegt und auskunftsfreudig den Fragen, welche Margrit Poremba, die Talkmasterin des Abends, vorbereitet hatte.
Man erfuhr manches über Justin Browns frühe Versuche am Klavier, seine Zeit als Geiger in verschiedenen Orchestern und seine Berufung zum Dirigenten. Seine Assistenz bei Leonard Bernstein wurde gestreift und immer wieder betonte er seine Bewunderung für Wilhelm Furtwängler und Carlos Kleiber. Interessant auch sein Vergleich der Arbeit mit einem deutschen Orchester, wie der Badischen Staatskapelle, und einem amerikanischen, wie dem Alabama Symphony Orchestra, dessen Chefdirigent er ist.
Doch auch das Publikum trug mit eigenen Fragen und Anmerkungen zu dem Abend bei. Es gab viel Lob für die Arbeit der Staatskapelle und sein Verhältnis zu manchen Regisseuren wurde angerissen. Nur bei der Frage nach zukünftigen Projekten antwortete er ausweichend, hier wollte er dem neuen Intendanten denn doch nicht vorgreifen. Viel zu schnell waren die anregenden 90 Minuten vorbei.
MK

      

2. Kammerkonzert der Badischen Staatskapelle mit anschließendem Mittagessen der Gesellschaft der Freunde

Das 2.Kammerkonzert fand am 24.01.2010 im ausverkauften Schauspielhaus statt.
Nach einem anspruchsvollen Konzert mit Werken von Ludwig van Beethoven, Boris Blacher, György Ligeti und Wolfgang Amadeus Mozart trafen sich die Musiker und etwa 100 Theaterfreunde im Mittleren Foyer zum gemeinsamen Mittagsbuffet.
Der Vorsitzende der Theaterfreunde begrüßte die Gäste - unter ihnen Generalintendant Achim Thorwald und der am Konzert beteiligte Generalmusikdirektor Justin Brown -
Die Theaterfreunde möchten mit dieser erstmaligen Veranstaltung den Zugang des Publikums zu der Kammerkonzert-Reihe der Badischen Staatskapelle verbessern und zum gegenseitigen Kennenlernen beitragen.
Dirk Ellerkamp, Mitglied des Orchestervorstands, gab einen Einblick in Entstehung, Planung und Durchführung der Kammerkonzerte. Die Programme werden von den Musikern erarbeitet. Alle Beteiligten sind freiwillig eingebunden und gestalten Proben und Konzerte außerhalb jeglicher Bezahlung.
Im Anschluss gab die Musikdramaturgin Anabelle Köhler eine kurze Einführung in die Programme der noch folgenden Kammerkonzerte.
Das reichhaltige und sehr gute Buffet ließ keine Wünsche offen. Kein Teilnehmer ging hungrig nach Hause. Wir danken der Theatergastronomie für die sehr gute Betreuung.
Künftig wollen wir die Spielzeit mit einem gemeinsamen Mittagessen nach dem ersten Kammerkonzert eröffnen.
B.K.

 

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